Die restlichen 5 Stolpersteine wurden verlegt.

Wie aus unserer Rubrik Stolpersteine ersichtlich, konnte Gunter Demnig im Oktober 2021 nicht alle geplanten Steine verlegen.

Die restlichen 5 Steine wurden am 13. März 2022 von seinem sachkundigen Vertreter Bernd Schümann verlegt. Damit beträgt die Anzahl der südlich der Elbe verlegten Erinnerungen an Opfer des Nationalsozialismus 254! Voraussichtlich in 2023 kommen 2 weitere Stolpersteine dazu. Dann haben wir alle uns bekannten Opfer gewürdigt, die durch den NS-Terror ums Leben gekommen sind und keinen eigenen Grabstein zur Erinnerung bekamen.

Das waren die Harburger Gedenktage 2021

Die Voraussetzungen waren nicht günstig: Immer neue Corona-bedingte Einschränkungen und gestiegene Vorsicht bei den potentiellen Besuchern führten zu einem deutlich verringerten Andrang - im Vergleich zu den Vor-Corona-Zeiten. Bis auf zwei Veranstaltungen (s.u.) hatten wir keine Absagen und können daher insgesamt zufrieden sein. Das umfangreiche und vielseitige Programm fand so viel Zuspruch, dass wir demnächst mit der Planung der Harburger Gedenktage 2022 im gleichen Format beginnen werden.

Corona-bedingte Absagen

Der Swing-Tanz-Abend in der Oberschule Neu-Wulmstorf am 24.11. sowie die Gesprächsrunde zur "Erinnerungskultur" im "Alles wird schön e.V." am 27.11. mussten leider abgesagt werden.

 

Dokumentarfilm "Die Klänge des Verschweigens" (BRD 2012)

In der St. Johanniskirche wurde am 25.11. vor 16 Anwesenden dieser bewegende Film gezeigt. 
Der Dokumentarfilm handelt von einer typisch deutschen Familiengeschichte, in der die Verdrängung der NS-Zeit thematisiert wird. Es ist die Geschichte Wilhelm Heckmanns – eines Musikers, der aufgrund seiner Homosexualität acht Jahre in KZ-Haft war, die Zeit überlebte und dafür keine Entschädigung bekam. In der Familie wurde nie darüber gesprochen – bis Klaus Stanjek, der Regisseur des Films, durch Zufall auf diesen Teil der Vergangenheit seines Onkels stößt ...

Dem Regisseur gelingt es, mit einer Mischung von Originalaufnahmen, Interviews mit Zeitzeugen und Verwandten sowie Dokumenten aus verschiedenen Archiven ein stimmiges Bild über das Schicksal Willi Heckmanns zu zeichnen.

Bettina Radke bei der Einleitung zum Film.

Blutmontag in Harburg 1920

 

Vor gut 100 Jahren, im März 1920, kam es in Harburg während des Kapp-Putsches zu einem bewaffneten Kampf. Eine Freikorpstruppe hatte sich in der Heimfelder Mittelschule einquartiert, Harburger Arbeiter stellten sich ihnen entgegen. Es gab zahlreiche Verletzte und 25 Tote, zu denen auch der Freikorps-Hauptmann Rudolf Berthold gehörte. Mitglieder der Geschichtswerkstatt Harburg stellten am 23.11. neben dem Ablauf des Putsches auch das problematische Gedenken in der NS-Zeit und die Rezeption bis in die heutige Zeit dar.
Einer der rund 20 Besucher schildert seine Eindrücke so: "Es ging ja um den historischen Kontext, die Konflikte der Nachkriegszeit 1919/20, den Kapp-Putsch und ähnliches, die Ereignisse in Harburg und die literarischen und erinnerungskulturellen Nachwirkungen. Ich fand es sehr interessant, nur wenige hundert Meter von den Originalschauplätzen entfernt den Ablauf der Ereignisse im März 1920 vorgestellt zu bekommen. Auf dem Stadtplan wurde ja gezeigt, wo was geschehen ist. Neu war mir, wie viele Fans die Geschichte des Hauptmann Berthold immer noch in Kreisen von Leuten hat, die mit einer politischen Richtung sympathisieren, die so ähnlich ist wie die dieses Hauptmannes und seiner Unterstützer". 

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mitmachaktion "Bodenzeitung" - Die Nürnberger Prozesse

Ein 9-jähriger Schüler war überraschend gut informiert. Seine Aussage: "Und noch immer sind nicht alle Verbrechen der Nazis aufgeklärt!" wurde natürlich in die Zeitung übernommen. Ansonsten war die Beteiligung der Passanten am 20.11. eher verhalten. Entweder war ihnen das Thema völlig unbekannt oder schon viel zu lange her.
Der Nieselregen erschwerte das Schreiben und lud auch nicht zum Verweilen und Diskutieren ein.

Die Initiatorin Oksan Karakus im Einsatz...


Auf den Spuren eines jüdischen Kriegskinds

Am 19.11.2021, ihrem 86. Geburtstag, war Marione Ingram per Videoschalte Gast in der Pausenmehrzweckhalle des Friedrich-Ebert-Gymnasiums. Sie hatte den Feuersturm der Operation Gomorrha im Sommer 1935 nur überlebt, weil sie als "Halbjüdin" keinen Zutritt zu Bunkern hatte...

Der Theaterkurs der Schule hat Szenen aus ihrem Buch "Kriegskind - eine jüdische Kindheit in Hamburg" in digitaler Zusammenarbeit mit der Autorin entwickelt und verfilmt. Das Video - übrigens auch auf Youtube zu finden - wurde vor rund 40 Zuschauern (davon 26 Schüler*innen) gezeigt, die davon und vom offenen und engagierten Auftritt der Marione Ingram beeindruckt waren.

 

Videokonferenz in der Pausenmehrzweckhalle des Friedrich-Ebert-Gymnasiums


Lesung im Roten Sessel

 

Am 18.11. im Kreisbüro der SPD Harburg: vor 15 Zuhörer*innen bewies der bewährte Vorleser Fritz Gärmer am Beispiel der Holocaust-Überlebenden Dita Kraus, dass Zeitzeugen nie verstummen, wenn ihnen von den Nachgeborenen eine Stimme gegeben wird. Unterstützt wurde er dabei von Heike Watermülder, Bettina Radke und Uta Liska-Gärmer, die Passagen aus Büchern von und über Dita Kraus mit viel Einsatz und Empathie lasen. Es war ein bewegender Abend.

 

Der verlorene Engel - Film (DDR 1965)

Foto: Focus/Wikipedia


Am 24. August 1937 stehlen die Nazis Ernst Barlachs Bronzefigur „Schwebender Engel“ aus dem Dom von Güstrow. Zu dieser Zeit lebt der bedeutende Bildhauer, Zeichner und Autor Barlach schon seit Jahren völlig isoliert in seinem Haus in Güstrow. Von den Machthabern wird er als undeutscher, bolschewistischer und entarteter Künstler eingestuft. In den Reflexionen des alternden Künstlers reift die Erkenntnis, das Verstummen allein nicht genügt, und auch nicht, sich nicht mit den Nazis arrangiert zu haben. Die Notwendigkeit heißt Widerstand. Der Film gehört zu den verbotenen Filmen des 11. Plenums des ZK der SED im Dezember 1965. Hier wurde fast die gesamte Jahresproduktion der DEFA aus ideologischen Gründen auf Eis gelegt. Erst ab 1971 konnte dieser in verstümmelter Form aufgeführt werden. Von den ursprünglichen 90 Minuten sind nur die 60 Minuten erhalten, die am 17.11. in der KulturWerkstatt Harburg vor 20 Zuschauern gezeigt werden konnten.

Im Anschluss gab es noch einen Dokumentarfilm - ebenfalls aus der DDR - zu Leben und Werk Barlachs und und den Umgang der Stadt Güstrow mit seinem Erbe.

Spuren des jüdischen Lebens in Wilhelmsburg


Am 14. November um 17.00 Uhr am Stübenplatz: nur 8 Interessierte waren der Einladung gefolgt, auf den Spuren der Stolpersteine durch das Reiherstiegviertel zu gehen.

Trotzdem war es eine schöne und dank der Begleitmusik (Ulrich Kodjo Wendt und Sabine Braun - Diatonisches Akkordeon und Trompete) auch sehr stimmungsvolle und würdige Veranstaltung.
Nach ca. 1 Stunde endete der Rundgang bei den Stolpersteinen für die Familie Leipelt. Danach wurden die während des Spaziergangs vorgestellten Biografien noch groß an die Kirchenmauer der Emmauskirche projiziert. Das war der beeindruckende Abschluss.

"Uns trägt kein Volk" - Kunst in Deutschland während des Nationalsozialismus

Foto: Christoph Struthmann


...war der Titel eines Vortrages, dem 25 Besucher am 12. November in der KulturWerkstatt Harburg folgen durften. Viel mehr hätten auch unter 2G nicht hineingepasst.

Es war ein sehr aufschlussreicher und interessanter Vortrag mit vielen Bildbeispielen, sehr engagiert und sachkundig präsentiert von Dagmar Lott-Reschke (M.A.) vom Ernst-Barlach-Haus, Hamburg. Sie schilderte die Widerstände gegen (jeweils) moderne Kunst, die schon auf das 19. Jahrhundert zurückgingen, von den Nazis aber mit perfider Nutzung aller verfügbaren Marketinginstrumente "perfektioniert" wurden. Wenn man den von ihr zitierten Satz "Kunst beginnt, wo Geschmack aufhört" richtig überdenkt, reichen diese Widerstände bis in die heutige Zeit.

 

Hafn-Lider: Jüdisches und Jiddisches Leben in Wort und Gesang

 

Am 12. November um 20.00 Uhr in der Fischhalle Harburg: Arbeiterlieder, Exilgedichte und Seemannsgarn – revolutionäre Dichter wie Heinrich Heine und waschechte Jungs von der Waterkant wie die Gebrüder Wolf trafen moderne jiddische Poeten wie Mordechai Gebirtig und Kadja Molodowski. Im Mittelpunkt dieses Abends stand jüdische Kultur: Lieder und Gedichte vorgetragen von Daniel Kahn (Gesang, diverse Instrumente), Yeva Lapsker (Gedichte und anderes, Projektion) und „Stella`s Morgenstern“ (das sind Stella Jürgensen-Gesang und Andreas Hecht – Gitarre). Vor 45 begeisterten Zuschauern/Zuhörern ( (als 3G-Veranstaltung ausverkauft) wurde ein musikalisches und sprachliches Feuerwerk jüdischer und jiddischer Kunst geboten.

ein Blick von der Treppe zur
Geschichtswerkstatt Harburg

Bis die Gestapo kam... - Das "Chinesenviertel" in St. Pauli

Am 11. November war der VVN-BdA zu Gast in der Harburger Bücherhalle, um den Film von Bertram Rotermund und Rudolf Simon zu präsentieren.

36 Zuschauer*innen (einschließlich der beiden Filmautoren) sahen einen spannenden Bericht über das ehemalige "Chinesenviertel", in dem Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, Nachgeborene und Historiker über die Zeit vor und nach dem 13. Mai 1944 erzählten. An diesem Tag hatte die Gestapo 130 chinesische Männer festgenommen, die in Fuhlsbüttel misshandelt wurden und anschließend im  sog. Arbeitserziehungslager "Langer Morgen" Zwangsarbeit verrichten mussten. Viele überlebten diese Umstände nicht...

Im Anschluss an den Film standen die beiden Filmemacher noch für Fragen und Hinweise zur Verfügung.

Gedenken an die Pogromnacht

Am 10. November 1938 setzten Nationalsozialisten die Leichenhalle auf dem Jüdischen Friedhof am Schwarzenberg in Brand, verwüsteten die Harburger Synagoge in der Eißendorfer Straße und schlugen die Schaufenster zahlreicher jüdischer Geschäfte in der Harburger Altstadt ein. Die Veranstalter der Gedenkstunde erinnern alljährlich an die Pogromnacht und ihre Folgen und rufen zugleich zu erhöhter Wachsamkeit in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit auf.

Auf dem Jüdischen Friedhof erinnerten die Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen und die Pröpstin des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost Carolyn Decke an die Opfer, die lange Zeit unbehelligt als Harburger Bürger leben konnten und deren Leben sich ab diesem Tag dramatisch veränderte.

Am anschließenden Schweigemarsch zum Synagogenmahnmal nahmen etwa 60 Personen teil. Dort wurden die Kränze niedergelegt. Dr. Regine Marek für die Bezirksversammlung Harburg sowie Klaus Barnick, Sprecher der Initiative Gedenken in Harburg betonten, dass wir alle wachsam sein müssen, damit sich solche Vorgänge nicht wiederholen. Klaus Barnick endete mit dem Appell : "Wir müssen wachsam sein. Wir müssen aus der Vergangenheit wachsam lernen für die Zukunft, für Demokratie, Freiheit und Vielfalt in Deutschland.“

Auch die "Oma gegen Rechts" hatten sich an der diesjährigen Gedenkveranstaltung beteiligt. Mit einem großen Transparent mahnten sie: ANTISEMITISMUS TÖTET

Foto: Niels Kreller

von links: Carolyn Decke, Sophie Fredenhagen,
Klaus Barnick, Dr. Regine Marek
Foto: Niels Kreller

Verfemte Musik und Klezmer

Am gleichen Tag um 19.00 Uhr kamen in die Pauluskirche - geschätzt, weil auf Grund der aufgelockerten Bestuhlung eine korrekte Zählung nicht möglich war - 90 - 100 Besucher, um ein spannendes und abwechslungsreiches Programm zu genießen, das von der akademie hamburg für musik und kultur gGmbH und dem Chor des Musikprofils der Jahrgangstufe 12 des FEG unter der  Leitung von Christoph Posselt zusammengestellt worden war. Neben bekannten Namen wie Strawinsky, Schostakowitsch, Bruch und Theodorakis waren auch viele unbekanntere Komponisten im Programm vertreten.

Das gesamte Programm und die Interpreten kann man hier nachlesen.

Chor des Musikprofils der Jahrgangstufe
12 des FEG, Leitung: Christoph Posselt
Ein Blick in die gut besuchte Kirche.
Foto: FEG
Das Orchester im vollen Einsatz
Foto: FEG
 

Wandelkonzert mit Lichterfest

Mit einem Konzert vor der Pauluskirche wurden
die Teilnehmer auf den Rundgang eingestimmt.
Foto: FEG
Am Stolperstein für Wilhelm Lanquillon
Foto: FEG

Am 9. November trafen sich etwa 60 Personen um 17.00 Uhr vor der Heimfelder Pauluskirche, um am Wandelkonzert der akademie hamburg für musik und kultur gGmbH teilzunehmen. Der Spaziergang führte zum Stolperstein von Wilhelm Marquard, einem politischen Opfer, zu den Stolpersteinen von Arondine und Georgine Blättner, zwei jüdischen Opfern und zum Stolperstein für Wilhelm Lanquillon, der ein Euthanasie-Opfer war. Eine Klezmer-Gruppe aus Akkordeon, Kontrabass, Violine und Klarinette begleitete die "Spaziergänger" mit stimmungsvoller Musik mit Bezug auf das Schicksal des jeweiligen Opfers.

Gedenkorte mit Stolpersteinen für Harburger Opfer des Nationalsozialismus

 

Wegen des unfreundlichen Wetters fanden sich am 7.11. vor dem Harburger Rathaus nur knapp 20 Interessierte ein, um am Stolpersteinrundgang teilzunehmen.

Mitglieder der Initiative hatten 4 Rundgänge vorbereitet, um in kleineren Gruppen Corona-konform über die Schicksale der Opfer berichten zu können. Tatsächlich hielten alle trotz gelegentlicher Regenschauer bis zum Ende durch...

 

Beschädigte Versöhnung - Über die Folgen des Versagens der Kirchen in der NS-Zeit

Am 4.11. im Gemeindesaal der St. Johanniskirche in Harburg: Am Beispiel der Hanauer Theologin Elisabeth Schmitz referierte der emeritierte Hochschullehrer Dr. Hans-Jürgen Benedict vor 20 interessierten Zuhörern über den geringen Widerstand, den die evangelische Kirche dem Gleichschaltungsbestreben der Nationalsozialisten entgegensetzte.

Über den "Kampf" zwischen der Deutschen Evangelischen Kirche und der Bekennenden Kirche - deren Mitglied Elisabeth Schmitz war - hatten etliche Besucher offenbar schon viel Vorwissen, sodass sich im Anschluß an den Vortrag eine rege Diskussion entwickelte.

Dr. Hans-Jürgen Benedict
Der Gemeindesaal (mit Kontrollstation im Vordergrund)

Ein Stück vergessene Geschichte - Das KZ von Nebenan

Foto: Karin Molde

 

Am 3.11. waren gut 40 Besucher Zeuge, wie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Süderelbe ihr Projekt gegen das Vergessen des ehemaligen KZ-Außenlagers am Falkenbergsweg vorstellten. Es war eindrucksvoll, zu erleben, wie engagiert sie sich des Themas angenommen haben und wie facettenreich die Umsetzung in alle Kommunikationskanäle gelungen ist. Der neue Jahrgang S3 unter der Anleitung von Frau Karin Molde konnte nahtlos an die bereits vom Vorjahresteam von Frau Maryam Anwary geleistete Arbeit anknüpfen.

(Um die zulässige Höchstzahl von Anwesenden nicht zu überschreiten, warteten rund 20 Schüler*innen vor der Tür auf ihren jeweiligen Auftritt)

Harburger Gedenktage 2021 - Eröffnungsveranstaltung

"Kampfszenen" im Festsaal des Harburger Rathauses

Die Auftaktveranstaltung zu den Harburger Gedenktagen 2021 fand am 1.11. im Festsaal des Harburger Rathauses statt. Nach Überprüfung der Impfnachweise und Registrierung über LUCA oder vorbereitete Zettel konnten mehr als 90 Personen zu Beginn dem Cello-Klavier-Duo vom FEG zuhören, das sehr gekonnt das Adagio aus "Kol Nidrei" von Max Bruch spielte.
Die Leiterin des Bezirksamtes, Frau Fredenhagen, sprach das Grußwort des Bezirksamtes, bevor Klaus Barnick von der Initiative Gedenken in Harburg in die Veranstaltung einführte.

Dann stellten Vertreter*innen der verschiedenen Veranstalter ihre jeweiligen Projekte vor.

In den Pausen zwischen den einzelnen Programmblöcken brachte der Theaterkurs des AvH szenische Darstellungen über den Umgang von Menschen mit Menschen...

6 neue Stolpersteine in Harburg und Neugraben

Der Stolperstein für Wilhelm Rimkus

Unter großer Beteiligung von Nachbarn und Freunden der Paten wurde am 6.10. der Stolperstein für Wilhelm Rimkus verlegt. Auch die Adoptivstiefschwester des Opfers war anwesend. Von ihr hoffen wir, in der nächsten Zeit weitere Informationen über Wilhelm Rimkus zu erhalten. (Ein ausführlicher Bericht erschien am 9.10. im Neuen Ruf Süderlbe). Da Gunter Demnig anschließend direkt nach Lübeck fuhr, um vor der Universität eine Stolperschwelle zu verlegen, haben wir die restlichen Steine in unsere Obhut genommen. 
Sobald wir einen Termin (voraussichtlich erst im Frühjahr 2022) für deren Verlegung bekommen haben, werden wir an dieser Stelle darüber berichten.

 

Das KZ-Außenlager nebenan (2. Teil)

Gespannte Erwartung, vorschriftsmäßig maskiert
Die Bezirksamtsleiterin, Frau Fredenhagen,
im Gespräch mit Hanno Billerbeck (Initiative Gedenken in Harburg)
Ansprache von Frau Fredenhagen
Die Enthüllung
Geschafft! Das Hinweisschild ist endlich sichtbar.
...und so sieht es aus
Zum Abschluss gab Pastor Hanno Billerbeck seiner Freude Ausdruck darüber, dass Schüler*innen mit viel Einsatz - auch in ihrer Freizeit - mit einem solchen Projekt wertvolle Erinnerungsarbeit geleistet haben.
 

Am 19. November sollten die Schüler*innen des Gymnasium Süderelbe den Stand ihres Projektes vorstellen (s. auch unter 9.11.)
Leider fiel auch diese Veranstaltung Covid-19 zum Opfer. Aber einen kleinen Höhepunkt gab es doch: Teil des Projektes  war es, ein
Hinweisschild auf die Gedenkstätte an der Ecke Cuxhavener Straße/Falkenbergsweg anzubringen. Das gelang mit Hilfe des Bezirksamtes und der Bezirksversammlung, und so konnte dieses Schild am 19.11. von der Bezirksamtsleiterin Frau Fredenhagen feierlich enthüllt werden.

Das war gleichzeitig die letzte Veranstaltung der  Harburger Gedenktage 2020. Unser Dank gilt allen, die mit viel Einsatz diese Gedenktage vorbereitet haben. Auch wenn nur ein ganz kleiner Teil der Planung realisiert werden konnte, werden wir uns auch im kommenden Jahr wieder auf die Vorbereitung der Gedenktage begeben.

einige Veranstaltungen konnten wenigstens online stattfinden

ein screenshot zeigt einige Teilnehmer am Online-Seminar "Argumentationstraining mit Gregor Schulz", das am 16.11. von 18.30 bis 21.30 stattfand.

Eine gewisse Scheu vor dem neuen Medium (Zoom) und/oder nicht ausreichendes technisches Equipment war wohl der Grund, dass sich nicht mehr als 70 Personen an den beiden Veranstaltungen beteiligten. Aber auch, wenn diese Form der Veranstaltung eine Präsenz-Veranstaltung nie vollständig ersetzen kann, waren die Teilnehmer letztlich sehr angetan davon, dass - trotz einiger Startschwierigkeiten - eine Menge Informationen vermittelt werden konnten.

Das KZ-Außenlager nebenan - Gedenken an 500 jüdische Frauen

Im Vorgriff auf den - digital - am 19. November geplanten Vortrag über die Aktivitäten von Schüler*innen des Gymnasium Süderelbe konnte schon der erste Erfolg gefeiert werden: am 9. November wurde die selbst gestaltete Stele am Falkenbergsweg enthüllt.
Die Info-Platte auf der Gedenkstele