Zeitzeugin am Falkenbergsweg

An den Gedenkveranstaltungen zum 73. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung der Konzentrationslager nahmen an den Zeitzeugengesprächen auch zwei Überlebende des KZ-Außenlagers Falkenbergsweg in der Gedenkstätte Neuengamme teil. Hana Weingarten, geb. Wertheimerova und Edith Kraus, geb. Polach.

Edith Kraus wurde mit Ihren Eltern 1942 ins Ghetto Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert. Gemeinsam mit ihrer Mutter kam sie 1944 in die Neuengammer Außenlager Dessauer Ufer, Neugraben und Tiefstack und wurde am 15. April 1945 in Bergen-Belsen befreit. wo ihre Mutter nach der Befreiung starb. Edith kehrte nach Prag zurück und ging mit ihrem Mann und Kind nach Israel.
Nach einem anstrengenden Zeitzeugengespräch und Interwiev mit einer Fernsehjournalistin ruhte sie sich in Fischbek aus, um es sich in den Abendstunden nicht nehmen zu lassen, das Gelände des KZ-Außenlagers zu besuchen und den Stolperstein für ihre Mutter zum Glänzen zu bringen.

       

 

 

 

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Die Holocaust-Überlebende Dagmar Lieblovà ist tot - ein Nachruf von Karl-Heinz Schultz

Dagmar Lieblovà wurde am 19. Mai 1929 in Kutnà Hora, östlich von Prag geboren. Im Jahr 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Vater, Julius Fantl, ihrer Mutter Irena Fantlovà und ihrer drei Jahre jüngeren Schwester nach Theresienstadt transportiert. Mit dem großen Transport am 18.Dezember 1943 erreichte die Familie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort wurden im Sommer 1944 noch arbeitsfähige Frauen im Alter zwischen 16 und 40 Jahren für den Zwangsarbeitseinsatz im Altreich selektiert. Durch einen Schreibfehler (Geburtsjahr war falsch) gehörte die damals 15 jährige Dagmar zu den 1000 Frauen, die im Juni 1944 im Hamburger Hafen am Dessauer Ufer ankamen. Ihre Schwester und ihre Eltern starben in den Gaskammern von Birkenau. Nach der Zwangsarbeit in der Ölindustrie, dem Plattenhausbau in Neugraben, den Trümmerarbeiten in Tiefstack und vielen anderen Zwangsarbeiten erlebte Dagmar Lieblovà das Kriegsende in Bergen-Belsen. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt und dem Abschluss der Schulausbildung studierte sie Deutsch. Dagmar Lieblovà promovierte in Germanistik und lehrte Deutsch in Ghana, Schweden und in der tschechischen Republik.

1987 besuchte sie erstmals die Plätze ihrer KZ-Außenlager in Hamburg, Dessauer Ufer, Falkenbergsweg und Tiefstack. Seit 1999 besuchte sie als Zeitzeuge Stadtteilschulen und Gymnasien in Süderelbe und Harburg und berichtete Schülerinnen und Schülern über ihr Leben. Sie sagt den jungen Menschen: „Auf Euch kommt es an. Ihr seid diejenigen, die das Gedenken weiter geben müssen und die Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passiert. Wir, die Überlebenden sind bald tot.“ Prof. Dr. Dagmar Lieblovà ist am 22. März im 88. Lebensjahr in Prag gestorben. Sie hinterlässt zwei Töchter, einen Sohn und sechs Enkel. Sehr zahlreich waren die Trauergäste bei der Bestattung auf dem neuen jüdischen Friedhof in Prag. Unter den Trauergästen war auch der deutsche Botschafter.

Heiner Schultz

 

 

Neu-Wulmstorfer Schule setzt Maßstäbe!

Die Neu-Wulmstorfer Realschule Vierkaten hat für einen neuen Höhepunkt im Zusammenwirken mit der 'Initiative Gedenken in Harburg' gesorgt. In einer beispielhaften Aktion wurde genügend finanzielle Mittel gesammelt, um die Kosten für 10 Stolpersteine zu decken. Diese werden voraussichtlich im September 2018 durch Gunter Demnig verlegt.

Über die Aktivitäten und die symbolische Übergabe des Schecks am 24. Januar 2018 berichtet die Schulleiterin Anja Krippner:

"Dank des großartigen Engagements unserer Schüler, Eltern und Lehrkräfte war der Weihnachtsbasar am 30.11.2017 ein großer Erfolg. Insgesamt wurden beim Basar 1200 Euro erwirtschaftet, so dass unsere Schule nun für 10 Stolpersteine die Patenschaft übernehmen kann, um an weitere Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Zehn unserer Schüler haben während der "Feierstunde" die Namen der zehn Opfer vorgelesen. Dank der akribischen Recherche unserer Schulpaten " Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage" von der Initiative Gedenken in Harburg wurden weitere Kurzbiografien von zehn Harburger Opfern erstellt, so dass sie nun nicht mehr in Vergessenheit geraten. Das großartige Stolpersteinmodell von Herrn Möller (Initiative Gedenken in Harburg) hat seinen Platz inzwischen gefunden. Die Schülerinnen und Schüler, die unter der Leitung unserer Lehrkraft Frau Jessica Kötke für unsere Versorgung gesorgt haben, sind auch auf den Fotos zu sehen. Die Vertreterinnen und Vertreter der "Initiative Gedenken in Harburg" sprachen uns ihre Anerkennung für unser Engagement aus und überreichten der Schule das Stolpersteinmodell, die Namen von 10 Harburger Opfer des Nationalsozialismus und eine Mappe mit den Ergebnissen ihrer biografischen Recherchen zu den Lebensgeschichten dieser ermordeten Menschen."

 

Auch das Buxtehuder Tageblatt widmete diesem Ereignis einen größeren Artikel,
  der jedoch online (noch) nicht vorliegt.

Die online-Zeitung Harburg-Aktuell.de brachte ebenfalls einen ausführlichen Bericht.

Wir von der 'Initiative Gedenken in Harburg' freuen uns auf weitere erfolgreiche Projekte mit der Realschule Vierkaten, die auf ihrer Website mit berechtigtem Stolz von ihrem Erfolg berichtet

 

Verdiente Ehrung für Neu-Wulmstorfer Schule

Der Neu-Wulmstorfer Realschule Vierkaten, mit der die "Initiative Gedenken in Harburg" schon einige gemeinsame Projekte (siehe auch weiter unten) realisieren konnte, wurde eine besondere Ehre zuteil.

Aber lassen wir die Schulleiterin Anja Krippner selbst berichten:

Am 30.11.2017 wurde unserer Schule der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verliehen. Der Vertreter der Landeskoordination Niedersachsen Herr Dr. Kaufmann bekräftigte in seiner Rede noch einmal die Wichtigkeit des Projekts. Besonders freuen wir uns, dass wir die Initiative Gedenken in Harburg als Projektpaten gewonnen haben. Der Musiker Martin Rietsch (mit seiner Gruppe 2schneidig, Anm.d.Red.) gestaltete musikalisch unser Rahmenprogramm und berichtete über eigene Erfahrungen. Ein spezieller Dank geht an unsere Pausenengel, die sich intensiv und engagiert dafür eingesetzt haben, dass unsere Schule die Auszeichnung erhalten konnte.

Dem hat der Chronist nichts hinzuzufügen - außer, dass auch die vier anwesenden Mitglieder der "Initiative Gedenken in Harburg" von dieser Veranstaltung sehr beeindruckt waren. Wir werden die Schule auch bei künftigen Projekten - im Rahmen unserer Möglichkeiten - gern unterstützen.

Foto: 2schneidig

Nach der feierlichen Verleihung versammelten sich alle Beteiligten zu einem Gruppenbild im Oktagon.

 

 

Eröffnung der Harburger Gedenktage 2017

Am 3.11.2017 wurden im großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses die diesjährigen Harburger Gedenktage feierlich eröffnet. Sie stehen unter dem Motto "Erinnern für die Zukunft". Erstmals konnten zahlreiche Harburger Schulen und Kulturträger zur Teilnahme an den Gedenktagen gewonnen werden.

                                

Als Sprecher der "Initiative Gedenken in Harburg", die mittlerweile zum 20. Mal die Harburger Gedenktage organisiert, begrüßte Klaus Barnick die zahlreich erschienenen Gäste


Foto: Jürgen Marek                                                                                     

und führte durch die Veranstaltung.

Birgit Rajski, die Vorsitzende der Harburger Bezirksversammlung

Foto: Jürgen Marek
Foto: Jürgen Marek

eröffnete die Harburger Gedenktage 2017 und verlas die Rede des Bezirksamtsleiters Thomas Völsch, der aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht persönlich anwesend sein konnte.

Der erste Programmpunkt war eine szenische Collage nach literarischen Vorlagen von Basheva Dagan und Wolfgang Borchardt mit dem Titel "Sag:"Nein!"",

                               

die von Schülerinnen und Schülern des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums engagiert und eindrucksvoll vorgetragen wurde.
                                

Weit über hundert interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer folgten den Vorstellungen der verschiedenen Veranstaltungen, die in diesem Jahr das Programm der Harburger Gedenktage prägen: Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Filme, Ausstellungen, Stadtteilrundgänge, eine Busexkursion zur Gedenkstätte Lager Sandbostel sowie eine antifaschistische Soliparty.
Die Gedenkkundgebung auf dem Jüdischen Friedhof auf dem Schwarzenberg und am Synagogenmahnmal in der Eißendorfer Straße am Jahrestag der Harburger Pogromnacht wird auch in diesem Jahr der Schwerpunkt der Harburger Gedenktage sein.

                                

 Das musikalische Rahmenprogramm wurde gestaltet von

Fotos: Jürgen Marek

Henrika Graßau am Cello und Christoph Posselt am Flügel vom Friedrich-Ebert-Gymnasium

 sowie von einem Klezmer-Musikensemble

Foto: Jürgen Marek

 von Schülern und Lehrern des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums.

Es war eine sehr gelungene und würdige Veranstaltung. Die "Initiative Gedenken in Harburg" dankt allen Mitwirkenden und hofft, für ihre Arbeit weiterhin so viel Unterstützung zu finden.

Stolpersteinrundgang

Im Rahmen des Harburger Kulturtages wurde am 4. November ein Stolperstein-Rundgang durchgeführt, der mit rund 30 Teilnehmern erfreulich viel Resonanz fand


Hanno Billerbeck berichtet vom Schicksal der Familie Daltrop,
für die am Großen Schippsee 3 Stolpersteine verlegt wurden

 

Lesung in der "Fischhalle"

In einer gemeinsamen Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Harburg und der "Initiative Gedenken in Harburg" las der Zeitzeuge Claus Günther aus seinem Buch "Heile, heile Hitler"


Claus Günther hier mit Klaus Barnick, der bei beiden Veranstaltern engagiert ist

Für seine Texte und den temperamentvollen Vortrag erhielt Claus Günther, dem man seine 86 Jahre kaum glauben mag,

von den zahlreich erschienen Zuhörern viel Beifall. Es war eine sehr eindrucksvolle Lesung.

Autorenlesung in der Bücherhalle Harburg

Die Bücherhalle Harburg unterstützt seit Jahren die "Initiative Gedenken in Harburg" bei der Gestaltung der Harburger Gedenktage durch Ausstellungen und Lesungen. Am 9.11.2017 war hier die Autorin Dagmar Fohl zu Gast, die aus ihrem Buch 'Alma' einige Kapitel las. In diesem Buch lässt sie den fiktiven Hamburger Musikalienhändler Aaron Stern seine leidvollen Erlebnisse während der Herrschaft der Nationalsozialisten berichten.

Mehr als 30 Zuhörer folgten gebannt der Lesung, die von dem NDR-Kulturredakteur Jürgen Deppe kenntnisreich moderiert wurde.

Gedenken an die Pogromnacht

Die zentrale Gedenkveranstaltung der Harburger Gedenktage findet alljährlich am 10. November statt.

Trotz des widrigen Wetters hatten sich mehr als 50 Personen auf dem Jüdischen Friedhof eingefunden und hörten die Ansprache der Pröbstin Carolyn Decke. Im Anschluß daran verlas Fritz Gärmer, Mitglied der "Initiative Gedenken in Harburg", die Rede des Bezirksamtsleiters Thomas Völsch, die dieser krankheitsbedingt nicht selber halten konnte.
Der anschließende Schweigemarsch endete am Synagogenmahnmal, an dem die Blumengebinde des Bezirksamtes, der Bezirksversammlung sowie der "Initiative Gedenken in Harburg" niedergelegt wurden. Die Vorsitzende der Bezirksversammlung, Birgit Rajski, erinnerte in ihrer Rede an die Entstehungsgeschichte dieses Mahnmals.

                            

In seiner abschließenden Rede betonte auch Klaus Barnick, Sprecher der "Initiative Gedenken in Harburg", dass wir aus der Vergangenheit lernen müssen, denn auch heute werden wieder Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt.

Durchs Reiherstiegviertel auf den Spuren der Stolpersteine

Die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen beteiligte sich am 11. November mit einem Stolpersteinrundgang an den Harburger Gedenktagen 2017.


Die Veranstalter zählten 25 Teilnehmer, die trotz strömenden Regens dem vorgesehenen Rundgang folgten. Die Lebens- und Leidensgeschichten der Opfer konnten dann im Trockenen verlesen werden, da einer der Teilnehmer Zugang zu den "Zinnwerken" hatte.

Das Erinnerungsprojekt

 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 P des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums (ReBBZ) Harburgs führten durch die Ausstellung ihres beeindruckenden Projekts, für das sie in 2016 zu Recht mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet wurden.

Widerstand und Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg - Zeugnisse und Berichte 1933 - 1945

Am 16. November stellte Herr Dr. Christian Gotthardt im BGZ Süderelbe die neuesten Erkenntnisse aus seinen Archivrecherchen einem interessierten Publikum von rund 40 Personen vor. (Bilder von dieser Veranstaltung liegen dem Berichterstatter leider nicht vor).

Gedenkstätte Lager Sandbostel (STALAG X B)

Am 18. November wurde eine Busexkursion - organisiert durch VVN/BdA - nach Sandbostel durchgeführt.
Nachstehend Auszüge aus dem Bericht einer Teilnehmerin:"Wir waren insgesamt 22 TeilnehmerInnen, die durch Andreas Ehresmann, Leiter der Gedenkstätte auf beeindruckende und sehr interessante Weise einen tiefen Einblick bekommen haben in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel, das im Laufe der wechselvollen Zeit aber auch als Lager für KZ Häftlinge aus Neuengamme gedient hat..."..."Nach einer umfangreichen Einführung hatten wir ca. eine 3/4 Stunde Zeit, um dort die Ausstellung zu sehen. Anschließend ging es zum Lagerfriedhof, der bezeichnenderweise immer noch als Kriegsgräberstätte benannt wird. Auch hier ließ uns Herr Ehresmann das kalte Wetter und den Regen vergessen durch seine interessanten Informationen, ohne die sich der Lagerfriedhof nicht verstehen lässt."

Weitere Informationen über STALAG X B sind im Flyer zu den Harburger Gedenktagen 2017 zu finden.

Die Wehrmachtsausstellung

Die KulturWerkstatt Harburg e.V. hatte in Kooperation mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium zu einem Vortrag von Hannes Heer eingeladen. Rund 80 Gäste konnten am 23. November in der Pausenmehrzweckhalle nach Überwindung anfänglicher technischer Probleme einem engagierten und spannenden Vortrag folgen. Hannes Heer schilderte die kontroversen Diskussionen, die von dieser Ausstellung (Originaltitel: „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“) ausgelöst worden waren. Obwohl die wissenschaftlichen "Unschärfen" marginal im Vergleich zum Gesamtumfang der Ausstellung waren, wurde diese schließlich zurückgezogen und später durch eine weniger kritische ersetzt.

Im Anschluss an den Vortrag entspann sich noch eine interessante Diskussion.
Es war ein sehr gelungener Beitrag zu den Harburger Gedenktagen 2017.

Lesung aus dem Roten Sessel der SPD Harburg

Die letzte Veranstaltung der Harburger Gedenktage 2017 fand im Herbert-Wehner-Haus statt. Mehr als 30 Zuhörer lauschten gebannt der Lesung von Fritz Gärmer über die Lebens- und Leidensgeschichte des Ehepaares Lyda und Edwin Geist. Der Rote Sessel beteiligt sich seit einigen Jahren an den Harburger Gedenktagen. Aus Spenden dieser Veranstaltungen konnten bisher 4 Stolpersteine finanziert werden. Am 29. November kamen - wie von den Veranstaltern erhofft - genügend Spenden für einen 5. Stolperstein hinzu, der im Laufe des nächsten Jahres verlegt werden wird.
Die "Initiative Gedenken in Harburg" dankt allen Spendern und dankt insbesondere Fritz Gärmer für seinen hervorragenden Vortrag.

 

 

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Eine Stolperstein-Rallye mit Neu Wulmstorfer Schülerinnen und Schülern

 Am 13. Juni 2017 kreuzten sich in Harburg zwei „Stolperstein-Ereignisse“: Pünktlich um 9.00 Uhr traf der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Bremer Straße ein, um den ersten für diesen Tag geplanten Stolperstein für BERL LÖWI vor dem Haus Nr.3 zu verlegen. Drei weitere Stolpersteine für GERTRUDE GRÜNFELD, ELFRIEDE HORWITZ und KURT HORWITZ wurden anschließend in der Harburger Rathausstraße vor Haus Nr. 45 in den Fußweg eingebettet, bevor es zum Reeseberg 104 ging, wo der nunmehr 207. Stolperstein auf Harburger Gebiet für EHRENFRIED DIERS verlegt wurde.
Zur gleichen Zeit trafen sich vor dem Harburger Rathaus 30 Schülerinnen und Schüler der Realschule Vierkaten in Neu Wulmstorf, um zu einer Stolperstein-Rallye aufzubrechen, die zwischen ihren Lehrern, Herrn Hövekenmeier und Herrn Dudda und der „Initiative Gedenken in Harburg“ verabredet worden waren. Dadurch ergab sich die seltene Gelegenheit,
direkt eine Stolperstein-Verlegung mitzuerleben und den „Vater“ von mehr als 50.000 in Europa verlegten Stolpersteinen aus der Nähe und bei der Arbeit zu sehen.
Zu jedem neu verlegten Stolperstein wird eine Rose gelegt; gibt es an gleicher Stelle schon einen oder mehrere Stolpersteine, werden diese geputzt und bekommen ebenfalls eine Rose.

Anschließend teilten sich die Schülerinnen und Schüler in 8 Gruppen auf, um insgesamt 131 Stolpersteine zu finden, zu putzen, zu fotografieren und zu protokollieren.

Um 12.00 Uhr trafen sich alle Beteiligten im Haus der Kirche für eine erste „Manöverkritik“.
Es stellte sich heraus, dass ein Stolperstein – vermutlich bei Straßenbauarbeiten – ganz verschwunden war und dass andere so stark verschmutzt waren, dass sie von der Umgebung kaum zu unterscheiden waren.
Die Mitglieder der „Initiative Gedenken in Harburg“ waren begeistert vom Engagement der Schülerinnen und Schüler. Wir hoffen, dass sich auch im kommenden Schuljahr wieder Lehrer finden, die ein solches Projekt unterstützen. 


Ein Blick in den Materialwagen von Gunter Demnig zeigt, dass er für den 13. und 14.Juni noch viel Arbeit vor sich hatte.
Gelegentlich sind die Stolpersteine so perfekt verlegt, dass für neue Nachbarsteine schweres Gerät

eingesetzt werden muss. Aber zum Schluss sieht alles wieder so aus, dass man nur mit den Augen
stolpert.